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Zur Person | Gundega Repðe


  • geboren am 13. Januar 1960 in Riga
  • seit 1987 freiberufliche Schriftstellerin
  • 1980 bis 1985 Studium der Kunstgeschichte und -theorie an der Lettischen Kunstakademie (Latvijas Mâkslas akadçmija) in Riga
  • seit 1980 journalistische Tätigkeit
  • 1979 erste Publikation: Erzählung „Kamielis Vecrîgâ”
    (Das Kamel in Alt-Riga) in der Wochenzeitschrift Literatûra un Mâksla
Pressestimmen

„[...] Viele der Debütantinnen aus den achtziger Jahren haben sich im unabhängigen Lettland nicht mehr zu Wort gemeldet. Eine Ausnahme bildet allerdings Gundega Repðe (geboren 1960), der es gelungen ist, ihre ursprüngliche politische Thematik in eine anspruchsvolle und originelle Textstruktur überzuführen. [...] Ihr letzter Roman, „Unsichtbare Schatten”, ist nun auch in einer sorgfältigen Übersetzung auf deutsch greifbar. [...] Sicher ist, dass der Autorin mit ihrem Roman ein gültiges und künstlerisch anspruchsvolles Dokument der lettischen Befindlichkeit am Anfang einer neuen Ära gelungen ist.”

Ulrich M. Schmid
(aus: Das experimentelle Ich. Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 12. 11. 1998)


„Gundega Repðe ist eine komplexe Frauenfigur gelungen, deren originärer Blick aus Mythos und Moderne, aus Naturerfahrung und Kunstbetrachtung, eine eigene Welt konstituiert und der rasanten Abfolge kurzer Einzelkapitel eine suggestive Geschlossenheit gibt. Es ist ein durch und durch weiblicher Blick, der sich hier entfaltet, mit genauen und keineswegs nur denunziatori­schen Beobachtungen der Männerwelt. [...] es wäre ein Kurzschluß, „Unsichtbare Schatten” nur als Geschichte einer weiblichen Identitätssuche zu lesen. [...] Der Roman ist eine subjektive, aber präzise Sonde in das postsowjetische Leben. Die Traumatisierungen der jüngsten Geschichte, die verlorenen Hoffnungen, der Reichtum weniger und die Perspektivlosigkeit vieler sind dem Porträt der lettischen Hauptstadt Riga überzeugend eingeschrieben. Große Bildung und ein unverbildeter Blick auf Bilder und Menschen, vor allem aber eine Sprache, die das vielschichtig assoziierende Erzählen und die aufblitzenden Reflexionen trägt und die in der Übersetzung noch spürbar ist, sprengen die Herkunftsbezogenheit dieser Prosa.”

Cornelius Hell
(aus: Tausche Ehering gegen Ticket. Wien: Die Presse, 31. 12. 1998 )


„Intellekt, Sensibilität und Sprachpoesie sind die ersten Schlagworte, die Repðes Prosa umschreiben mögen. Ihre Werke sind auf der Gestalt- und Motivebene reich an Zitaten aus der lettischen Klassik wie aus den Literaturen anderer Völker; gleichzeitig zeichnet sie sich durch Offenheit gegenüber der gegenwärtigen sozialen Realität aus, und ihre „Unsichtbaren Schatten” geben Anlaß, dieses Werk als Sozialroman zu charakterisieren.”

Dr. Ausma Cimdiòa
(In: Handbuch Baltikum heute, Berlin 1998, S. 395f)


Bibliographie
  • Koncerts maniem draugiem peïòu kastç
    (Konzert für meine Freunde im Aschekasten. Erzählungen. Riga: Liesma, 1987)
  • Ugunszîme
    (Das Feuerzeichen. Roman. Riga: Liesma, 1990)
  • Septiòi stâsti par mîlu
    (Sieben Geschichten über die Liebe. Erzählungen. Riga: Literatûra un Mâksla, 1992;
    Nachdruck in: Poçtiskâ anatomija, 1999)
  • Ðolaiku bestiârijs. Identifikâcijas
    (Zeitgenössisches Bestiarium. Identifikationen. Erzählungen. Riga: Daugava, 1994)
  • Çnu apokrîfs
    (Schattenapokryph. Roman. Riga: Preses nams, 1996; dt. Titel: „Unsichtbare Schatten”, 1998)
  • Pieskârieni
    (Berührungen. Romanessay über den Maler Kurts Fridrihsons. Riga: Jumava, 1998)
  • Sarkans
    (Rot. Roman. Riga: Preses nams, 1999
  • Gadsimta beigu skatiens
    (Jahrhundertendblick. Interviews/Gespräche. Riga: Pçtergailis, 1999)
  • G. Repðe/Anita Roþkalne: Poçtiskâ anatomija
    (Poetische Anatomie. Phantasie über das Unergründliche in Gundega Repðes Prosa. /
    Sieben Geschichten über die Liebe. Erzählungen. Riga: Pçtergailis, 1999)
  • Tuvplâni
    (Nahaufnahmen. Essay über die Malerin Dþemma Skulme. Riga: Jumava, 2000)
  • Îkstîte
    (Däumelinchen. Roman. Riga: Pçtergailis, 2000)
  • Sieviete miglâ
    (Frau im Nebel. Essay über die Malerin Lîga Purmale. Riga: Jumava, 2001)
Deutschsprachige Übersetzungen
Inszenierungen
  • Stigma
    Theaterstück nach einer Erzählung aus „Septiòi stâsti par mîlu”
    Latvijas Dailes teâtris, Regie: Ausma Kantâne, Premiere: 3. Dezember 1997

© Matthias Knoll • www.literatur.lv

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