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Doch auf dem Jahrmarkt wird Goldschmuck
aus Grabstätten feilgeboten. Und weißt du: man kauft.
Meine Schubladen voll von Verzweiflung und unverkauften Gedichten,
doch die Seele in Worte zu fassen, ist offenbar Sünde.

Auf dem motten- und nordlichtzerfressenen Diwan
sitzt eine Frau, Schlangen von uraltem Gold an den Armen.
Es kommt ihr etwas seltsam vor, wie ich lebe.
Ja: in meinem Leben gibt es nichts, was nicht zu Asche werden kann.


Amanda Aizpuriete
Deutsch von Matthias Knoll




Anfang des lettischen Originals: Bet gadatirgos pârdod zelta rotas ...
Erschienen in: Nâkamais autobuss [Riga: Liesma, 1990], S. 6
© Amanda Aizpuriete

© der deutschen Übersetzung M. Knoll

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