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So schmerzlich, wenn am frühen Abend deine Hand
verstohlen in die Tasche schlüpft,
um mit den Klingen stumpfer Erinnerungen zu spielen –
Venen öffnet man nicht mehr damit, wegwerfen wäre schade.

Aber im Schlaf wird dein Atem manchmal
so schneidend, als gingest du fort auf einer anderen Straße,
Bögen machend um die Lichtkreise der Laternen.

Ich weiß, wo ihr euch trefft zum Stelldichein.
Ich gehe nicht hin, spioniere nicht. Nein.
Doch wage nicht, dich in den Tod zu verlieben.
Er ist weder zärtlicher noch schöner als ich.


Amanda Aizpuriete
Deutsch von Matthias Knoll




Anfang des lettischen Originals: Tik sâpîgi, kad pievakarçs ...
Erschienen in: Kâpu iela [Riga: Liesma, 1986], S. 24
© Amanda Aizpuriete

© der deutschen Übersetzung M. Knoll

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